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Programm

17. Oktober 2017
Prof. Dr. Caja Thimm
Digitale Gesellschaft, Technologie und Autonomie: Eine Einführung
 

 24. Oktober 2017
Prof. Dr. Caja Thimm
Medien und Autonomie als ethische Herausforderung
 

7. November 2017
PD Dr. Christoph Ernst

‚Autonomous Warfare‘? – Zeitgenössische Konzeptplanungen zur Kriegführung mittels autonomer Systeme

Drohnen, humanoide Roboter, Cyberkrieg – was vor einigen Jahren noch Science-Fiction war, ist inzwischen Realität geworden oder aber in den Horizont der Denkbarkeit gerückt. Erreicht die Debatte um die normative Regulierung autonomer Kampfroboter (oder auch des Cyberkriegs) sporadisch die Öffentlichkeit, wird dabei nur selten eingeblendet, dass diese Technologien ihrerseits nur die neusten Beispiele struktureller Veränderungen der Kriegführung sind, die bereits seit rund 25 Jahren unter Begriffen wie ›Network-Centric Warfare‹ subsumiert werden. Der Vortrag setzt an diesem Punkt an, indem er exemplarisch aufzeigt, was für Szenarien der Integration autonomer Systeme die gegenwärtigen Konzeptplanungen insb. des US-amerikanischen Militärs vorsehen. Gestützt auf ausgewählte Beispiele ihrer medialen Repräsentation soll die Entwicklung autonome Waffensysteme als Fortführungen netzwerkbasierter Kriegführung verständlich gemacht und medientheoretisch reflektiert werden.

 


14. November 2017
Dr. Thomas Christian Bächle
„Hochinvasive Überwachung“ und der Verlust der Autonomie (die es nie gab?)

 


21. November 2017
Prof. Dr. Jens Schröter

Die künstliche Intelligenz der Medientheorie

Wieso sollte sich die Medienwissenschaft eigentlich mit ‚Künstlicher Intelligenz‘ befassen? Ist das überhaupt ein Gegenstand der Medienforschung? Der Vortrag wird dieser Frage nachgehen und mögliche medienwissenschaftliche Perspektiven skizzieren.

 


28. November 2017
Prof. Dr. Dieter Sturma
Technik der zweiten Natur. Über Autonomie, Künstliche Intelligenz und Robotik
 

5. Dezember 2017
Dr. Stefan Meretz

Industrie 4.0 und Autonomie. Zwischen Selbstentfaltung und Selbstverwertung

Das Prädikat „4.0“ markiert neben dem Marketingeffekt tatsächlich eine neue Qualität industrieller Entwicklung. Der Vortrag versucht diese Qualität durch Rekonstruktion der Spezifika der drei Vorläufer-Perioden und schließlich ihrer Aufhebung durch die "agentenbasierte Netzwerk-Fertigung" zu begreifen. Im Fokus steht dabei der Wandel der Subjektivität in der industriellen Produktion. Im Lichte des aufgespannten kategorialen Rahmens treten drei „Autonomien“ ans Licht: die des Subjekts, die der Techno-Agenten, die der Verwertungslogik. Doch wie ist ihre Zuordnung zu- und Abhängigkeit voneinander? Lässt diese im Sinne einer commonistischen Perspektive rekonfigurieren?

 


12. Dezember 2017

Prof. Dr. Tobias Matzner

Algorithmen – Herausforderung oder Ermöglichung menschlicher Autonomie?

Algorithmen oder informationstechnische Systeme übernehmen immer mehr Entscheidungen, die bisher von Menschen getroffen wurden. Dies wird in vielerlei Hinsicht als Herausforderung der menschlichen Autonomie problematisiert: Algorithmen entscheiden über uns und oft in diskriminierender oder interessengeleiteter Weise. Andererseits wird argumentiert, dass es gute Gründe gibt, die menschliche Autonomie aufzugeben. Sie sei Ausdruck eines anthropozentrischen und eurozentrischen Weltbildes, das bestehende soziale und technische Abhängigkeiten nur verleugne oder verdränge um Autonomie zu postulieren. Algorithmen und künstliche Intelligenz sind eines der Themen, an der sich dieser Diskurs um eine „Absetzung“ des (autonomen) Menschen entzündet. Interessanterweise findet sich ein ganz ähnliches Bild auf der Seite derjenigen, die algorithmische Verfahren befürworten oder verkaufen. Auch hier erscheint der Mensch als sozial und technisch abhängiges Wesen. Intelligente Systeme versprechen aber, diese Abhängigkeit zu verkleinern und schließlich dem Menschen größere Handlungsmöglichketien und Freiheiten zu verschaffen. Der Vortrag analysiert diese verschiedenen Ensembles von Menschen und Technologie, und zeigt, wie diese sich jeweils wechselseitig als autonom oder abhängig konstituieren. Daraus werden Konsequenzen zum kritischen Umgang mit neuen Technologien gezogen. Insbesondere wird gezeigt, dass der aktuelle Fokus auf Transparenz und Zurechenbarkeit von Algorithmen dazu nicht genügt.

 


19. Dezember 2017
Prof. Dr. Maren Bennewitz

Autonome Service-Roboter: Wie nehmen sie die Umgebung wahr und wie planen sie ihre Bewegungen?

Ein zentrales Ziel der Robotik liegt in der Entwicklung von Robotern, die komplexe Aufgaben übernehmen und Menschen durch verschiedenste Services unterstützen. Dies erfordert, dass die Roboter ihre Umgebung wahrnehmen, autonom Navigations- und Manipulationsaufgaben durchführen, mit Menschen interagieren und von ihnen lernen können.
In dieser Vorlesung werden innovative Lösungen für die in diesem Kontext auftretenden Probleme vorgestellt. Ausgehend von einer geeigneten Umgebungsrepräsentation werden Techniken zur Zustandsschätzung, Hinderniserkennung und Bewegungsplanung präsentiert. Ein Schwerpunkt der Vorlesung liegt auf humanoiden Robotern, die einen menschenähnlichen Körperbau haben und sich auf zwei Beinen fortbewegen, wodurch sie besonders geeignet für den Einsatz in für Menschen geschaffenen Umgebungen sind.

 


9. Januar 2018
Dr. Miriam Kyselo
Autonomie mit Anderen – Das menschliche Selbst als weltgeöffnetes System
 

16. Januar 2018
Prof. Dr. Rudolf Stichweh
Die Weltgesellschaft und ihre Technosphäre

 


23. Januar 2018
Prof. Dr. Benno Zabel

Braucht das Recht einen neuen Autonomiebegriff? Aktuelle Entwicklungen im Spannungsfeld von Technik, Medien und Kultur

Autonomie ist ein Zentralbegriff des Rechts. Für die Adressierung von Rechten und Pflichten, die Verarbeitung von Konflikten und Verletzungen, sind Akteure mit stabilen Handlungskompetenzen unabdingbar. Inzwischen lassen sich aber Entwicklungen hin zu einer Ausdifferenzierung des Rechts beobachten, die die Idee der Autonomie und der Folgenorientierung neu codieren. Vor allem die vom Recht geforderte Anpassung an die Entwicklungen im Bereich neuer Technologien, der Social Media oder virtuellen Welt führt zu einer Funktionalisierung des Adressierungskonzepts. Anpassungen sollen aber auch im Bereich der Daseinsvorsorge oder beim Datenschutz notwendig sein. Die Rede ist dann von kommunikativer Freiheit und digitalisierter Privatsphäre, von autonomen Systemen, elektronischen Personen und Aktanten. Das Recht wird durch diese Neujustierung des Autonomiekonzepts vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Muss nun doch geklärt werden, welche Prozeduren dem Recht zu Gebote stehen, um die systemeigene Rationalität garantieren zu können. Und geklärt werden muss ebenso, wie Verantwortungs- und Sanktionskonzepte auszugestalten sind, um nachhaltige Steuerungs- und Regulierungseffekte zu erzielen. Der Vortrag will in dieses Problemfeld einführen.

 


30. Januar 2018
Prof. Dr. Doris Mathilde Lucke

Reproduktive Autonomie und der Tod des Menschen

Inmitten allgegenwärtiger Autonomisierungsprozesse, innerhalb derer die Präfixe „auto“, „homo“, „mono“ und „solo“ in Verbindung mit -genese und -gamie zu den zeitdiagnostischen Stichworten „inter“, „trans“ und „post“ hinzutreten und diese, u.a. durch „posthuman“, teilweise ersetzen, erlangt die autopoietische Wende in der Systemtheorie Luhmanns, auf die menschliche Fortpflanzung bezogen, eine auch für die Soziologie ungeahnte Aktualität.
Reproduktionstechnologie und Fertilitätsmedizin bescheren mit künstlicher Befruchtung und In-vitro-Fertilisation vor allem Frauen neue Freiheitsgrade. Samenspenden, social freezing und andere Formen der technisch assistierten und fertilitätsmedizinisch unterstützten Reproduktion eröffnen bislang nicht gekannte biographische Optionen und Räume der Emanzipation - nach der sexuellen nun auch im Bereich der reproduktiven Selbstbestimmung.
Diesen Zugewinnen an Autonomie gegenüber stehen an Humangenetik und Reproduktionstechnik geknüpfte gesellschaftliche Planungs- und Kontrollerwartungen und damit verbundene individuelle Entscheidungszwänge. Aus den Nutzungs- und Inanspruchnahme-Imperativen, die deren Fortschritten und Errungenschaften gleichsam (mit-)implantiert sind, entstehen Fremdbestimmung, neue Abhängigkeiten und heute noch völlig unkalkulierbare Risiken.
Zusammen mit der Pränatal- und der Präimplementationsdiagnostik und den sich damit auch (an-)bietenden Möglichkeiten der medizintechnischen Optimierung und Perfektionierung könnte dies zugleich den Einstieg in ein postevolutionäres Zeitalter bedeuten, in dem der Mensch sich beim Versuch, sich durch (Anthropo-)Autogenese schließlich selbst zu erschaffen, in seiner heutigen Form abschafft und so – möglicherweise unwissentlich und ungewollt – das Ende der Menschheit herbeiführt.
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